🔏

Vigenère-Chiffre

Die „unknackbare Chiffre" – wie ein Schlüsselwort aus Caesar eine viel stärkere Verschlüsselung macht.

Kryptographie 7. Klasse Gymnasium BW
🎯 Worum geht's? Klasse 7–8 · 1–2 Unterrichtsstunden

Nach dieser Seite kannst du …

  • mit dem Vigenère-Quadrat und einem Schlüsselwort ver- und entschlüsseln
  • erklären, warum Vigenère stärker ist als Caesar
  • beschreiben, wo die Schwäche der Schlüsselwiederholung liegt

Vorwissen: Caesar-Chiffre

📜 Geschichte und Idee

Die Vigenère-Chiffre wurde im 16. Jahrhundert vom französischen Diplomaten Blaise de Vigenère beschrieben. Jahrhundertelang galt sie als unknackbar und wurde „le chiffre indéchiffrable" (die unknackbare Chiffre) genannt – bis Charles Babbage und Friedrich Kasiski im 19. Jahrhundert Methoden zu ihrer Analyse entwickelten.

Die Grundidee: Statt eines einzigen festen Verschiebungswertes (wie bei Caesar) verwendet man ein Schlüsselwort, das immer wieder wiederholt wird. Jeder Buchstabe des Klartexts wird mit einem anderen Schlüsselbuchstaben verschlüsselt.

Die Vigenère-Chiffre ist eine polyalphabetische Substitution: Derselbe Klartextbuchstabe kann zu verschiedenen Geheimtextbuchstaben werden – je nachdem, welcher Schlüsselbuchstabe gerade gilt.

⚙️ Wie funktioniert die Verschlüsselung?

Das Schlüsselwort wird wiederholt, bis es so lang wie der Klartext ist. Dann wird jeder Klartextbuchstabe um den Wert des entsprechenden Schlüsselbuchstabens verschoben (A=0, B=1, … Z=25).

Geheimtext = (Klartext-Position + Schlüssel-Position) mod 26
Klartext = (Geheimtext-Position − Schlüssel-Position + 26) mod 26
Schlüssel: KEY, Klartext: HALLO

Klartext
Schlüssel (wiederholt)
Verschiebung
Geheimtext
Der Schlüsselbuchstabe A bedeutet Verschiebung 0 (kein Effekt), B bedeutet 1, …, Z bedeutet 25. Das Schlüsselwort wiederholt sich zyklisch über den gesamten Klartext.

📊 Das Vigenère-Quadrat (interaktiv)

Das Vigenère-Quadrat enthält alle 26 Caesar-Alphabete übereinander. Zeile = Schlüsselbuchstabe, Spalte = Klartextbuchstabe, Schnittpunkt = Geheimtextbuchstabe.

Klicke im Quadrat oder wähle: Zeile (Schlüssel): Spalte (Klartext):

🔁 Schlüsselwiederholung visualisiert

Gib einen Klartext und ein Schlüsselwort ein – sieh, wie der Schlüssel wiederholt und jeder Buchstabe verschlüsselt wird.

Klartext   Schlüssel   Geheimtext

💪 Vergleich: Caesar vs. Vigenère vs. Monoalphabetisch

25
Schlüssel
Caesar
26⁵
Schlüssel bei
Vigenère (5 Buchst.)
≈ 11,8 Mio.
26!
Schlüssel
Monoalphabetisch
≈ 4 × 10²⁶
Obwohl Vigenère weniger Schlüssel hat als die monoalphabetische Substitution, ist sie durch ihre Polyalphabetizität resistenter gegen einfache Häufigkeitsanalyse. Erst der Kasiski-Test ermöglicht den Angriff.
  • Caesar: Ein Alphabet, leicht durch Häufigkeitsanalyse knackbar
  • Monoalphabetisch: Ein permutiertes Alphabet, durch Häufigkeitsanalyse knackbar
  • Vigenère: Mehrere Alphabete abwechselnd – Häufigkeitsanalyse wird erschwert
  • Derselbe Buchstabe kann zu verschiedenen Geheimtextbuchstaben werden (und umgekehrt)

🕵️ Wie wird Vigenère geknackt? – Kasiski-Test

Der Kasiski-Test (1863) sucht nach wiederholten Gruppen im Geheimtext. Wenn dieselbe Klartextsequenz mit demselben Teil des Schlüssels verschlüsselt wird, entsteht eine identische Geheimtextsequenz.

  • Finde wiederholte Trigramme (3-Buchstaben-Gruppen) im Geheimtext
  • Berechne die Abstände zwischen den Wiederholungen
  • Der ggT dieser Abstände ist wahrscheinlich die Schlüssellänge
  • Teile den Geheimtext in Gruppen auf (jede mit demselben Schlüsselbuchstaben)
  • Wende auf jede Gruppe Häufigkeitsanalyse wie bei Caesar an

🧪 Eigene Nachrichten verschlüsseln

🔤 Klartext
⇄
🔐 Geheimtext
🔥
0
Aufgaben in Folge richtig
Heute gelöst
0

🔏 Vigenère-Quadrat

Zeile = Schlüssel, Spalte = Klartext

–

Wähle eine Aufgabe.

0
Gelöste Aufgaben
0
Richtige Antworten
0
Aktuelle Streak
0
Beste Streak
0
Badges verdient
–
Erfolgsquote

📈 Fortschritt nach Schwierigkeit

🏆 Deine Badges